January 11, 2026

Erfolgsfaktoren für Ihr TCMS im Jahr 2026

Tax Compliance und Tax Compliance Management Systeme (TCMS) stehen vor einem grundlegenden Wandel. In 2026 wird deutlich: Dokumentationsgetriebene „Papiertiger“ reichen nicht mehr aus. Steuerbehörden, Prüfer und Vorstände erwarten nachweislich wirksame, kontinuierliche und digital verankerte Steuerkontrollen.

Gleichzeitig wächst der Druck auf Tax- und Finance-Teams: zunehmende Digitalisierung der Steuerbehörden, Echtzeit-Reporting (z. B. E-Invoicing, DAC7, VAT in the Digital Age), steigende regulatorische Komplexität und anhaltender Fachkräftemangel. Erfolgreich ist nicht, wer mehr Kontrollen beschreibt, sondern wer Tax Compliance operativ beherrscht und jederzeit belegen kann.

1. Tax Compliance operativ verankern – nicht nur dokumentieren

Viele TCMS existieren heute primär als Richtlinien, Prozessbeschreibungen und Kontrollkataloge. Sie sind formal korrekt, greifen aber zu kurz, weil steuerliche Risiken nicht auf dem Papier, sondern in Daten, Systemen und operativen Abläufen entstehen.

Michael Panzer, Tax Compliance Officer bei der DZ Bank, bringt das präzise auf den Punkt:

„Zu den wichtigsten Verbesserungen, die Risikomanagement, interne Kontrollen und TCMS bis 2026 wirksamer machen, zählen Continuous Controls Monitoring (CCM) und automatisierte Prüfregeln also Echtzeitkontrollen statt periodischer Stichprobenprüfungen.“

Erfolgreiche Organisationen verändern daher den Charakter ihres TCMS grundlegend:

  • Tax Controls werden direkt in Prozesse eingebettet
  • Verantwortung liegt klar bei den operativen Einheiten, nicht nur bei Tax
  • Compliance wird messbar durch tatsächliche Ausführung nicht durch Beschreibungen

Tax Compliance wird so von einer nachgelagerten Dokumentationsaufgabe zu einer operativen Fähigkeit im Tagesgeschäft.

2. Continuous Controls Monitoring als neues Fundament des TCMS

Periodische, manuelle Kontrollen sind der Dynamik steuerlicher Risiken nicht mehr gewachsen.

Christian Amberg, Partner für Tax Transformation bei KPMG Deutschland, beschreibt den notwendigen Paradigmenwechsel so:

„Der größte Hebel für wirksamere Risikosteuerung, interne Kontrollen und TCMS liegt in der Einführung eines kontinuierlichen Kontrollmonitorings für steuerrelevante Prozesse kombiniert mit einer sauberen Tax Data Governance.“

Ein zukunftsfähiges TCMS basiert daher auf:

  • wenigen, klar priorisierten Steuerrisiken
  • einer Anzahl hochwirksamer Key Controls
  • kontinuierlichen Prüfungen statt jährlicher Stichproben

Continuous Controls Monitoring wird damit nicht Ergänzung, sondern tragende Säule der Tax Compliance.

3. Datenqualität und End-to-End-Verantwortung entscheiden über Wirksamkeit

Ein wiederkehrendes Kernproblem im Report ist Fragmentierung: steuerrelevante Daten sind über Systeme verteilt, Zuständigkeiten unklar, Nachweise schwer konsistent zu erbringen.

Michael Panzer beschreibt diese Realität deutlich:

„Verstreute Datenquellen, manuelle Schnittstellen und nur teilweise automatisierte Steuerprozesse verhindern messbare, verlässliche automatisierte Kontrollen und erschweren die Bereitstellung prüfungssicherer Nachweise.“

Organisationen, die ihr TCMS erfolgreich weiterentwickeln, investieren gezielt in:

  • eine Single Source of Truth für steuerrelevante Daten
  • durchgängige Verantwortlichkeit entlang der Prozesskette
  • nachvollziehbare Audit Trails statt Excel-basierter Evidenz

Ohne stabile Datenbasis bleibt jedes TCMS strukturell angreifbar.

4. Weniger Kontrollen, mehr Wirkung

Unser Report zeigt ebenfalls klar: Komplexität ist kein Qualitätsmerkmal. Viele TCMS leiden unter zu vielen Kontrollen mit geringer Aussagekraft.

Thomas Felzmann, Partner Tax CMS bei Grant Thornton, warnt:

„Viele Organisationen haben Schwierigkeiten, die richtige Balance zwischen Einfachheit und Robustheit zu finden. Zu komplexe Frameworks bremsen die Umsetzung, während zu stark vereinfachte Ansätze keine ausreichende Compliance-Sicherheit bieten.“

Der Trend für 2026 ist eindeutig:

  • Fokus auf risikobasierte, klar definierte Kontrollen
  • präzise, testbare Control-Designs
  • Verlagerung von detektiven hin zu präventiven Kontrollen

Ein schlankes TCMS ist nicht weniger sicher sondern wirksamer und besser automatisierbar.

5. Tax Compliance als digitale und KI-fähige Kernfähigkeit

Bis 2026 entwickelt sich Tax Compliance von einer dokumentationsgetriebenen Pflichtübung zu einer digitalen, operativen Steuerungsfähigkeit, die im Tagesgeschäft verankert ist und zugleich auf den zukünftigen Einsatz von KI vorbereitet wird. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der sofortige Einsatz komplexer KI-Modelle, sondern der Aufbau belastbarer, prüfungssicherer Grundlagen.

Erfolgreiche Organisationen:

  • verstehen TCMS als festen Bestandteil der Steuer- und Finanzprozesse, nicht als separates Compliance-Framework
  • integrieren Kontrollen direkt in Systeme und Datenflüsse, um konsistente und nachvollziehbare Nachweise zu ermöglichen
  • schaffen Transparenz über Kontrolleffektivität, sodass Ergebnisse erklärbar, dokumentierbar und jederzeit nachvollziehbar bleiben

In diesem Kontext ist KI weniger ein kurzfristiges Ziel als vielmehr ein Indikator für den Reifegrad eines TCMS. Nur dort, wo Datenqualität, End-to-End-Ownership und klar definierte Kontrollen gegeben sind, kann KI künftig sinnvoll und verantwortungsvoll unterstützen etwa bei der Identifikation von Auffälligkeiten oder der Priorisierung von Prüfhandlungen. Ohne diese Grundlagen erhöht KI hingegen das Risiko von Intransparenz und fehlender Erklärbarkeit.

Ausblick

Die Entwicklung hin zu einer digitalen und KI-fähigen Tax Compliance verändert die Rolle eines TCMS grundlegend. Steuerliche Compliance wird messbar, erklärbar und skalierbar und löst sich damit von ihrer traditionellen Rolle als reaktive Antwort auf Betriebsprüfungen.

Oder wie Thomas Felzmann es treffend formuliert:

„Die Ära der ‚Papiertiger‘-Frameworks geht zu Ende.“

Organisationen, die ihr TCMS frühzeitig als digitale Grundlage etablieren, schaffen nicht nur höhere Prüfungs- und Rechtssicherheit, sondern positionieren sich zugleich zukunftssicher: Sie sind vorbereitet auf weitergehende Automatisierung, regulatorische Dynamik und einen verantwortungsvollen Einsatz von KI ohne Transparenz, Governance und menschliches Urteil aus der Hand zu geben.

Zukunftssicher aufgestellt?

Der 2026 Trends & Predictions Report bietet vertiefte Einblicke, konkrete Praxisbeispiele und Perspektiven führender Expertinnen und Experten aus Tax, Finance, Risk & Controls.

👉 Hier können Sie den vollständigen Report zu Risk & Controls 2026 lesen
Hinweis: Der Report ist ausschließlich auf Englisch verfügbar.

👉 Buchen Sie eine Demo und sehen Sie, wie ein digitales TCMS in Ihrem Unternehmen wirksam, prüfungssicher und skalierbar umgesetzt werden kann.

Bleiben Sie informiert mit dem Impero-Newsletter.

Bleiben Sie über alle Neuigkeiten rund um Impero auf dem Laufenden – Einladungen zu Webinaren und Veranstaltungen, exklusive Inhalte, Produktneuheiten und vieles mehr! Oder lassen Sie sich von uns zeigen, warum Impero die richtige Wahl für Ihre Anforderungen in den Bereichen Risikomanagement und Compliance ist.

Entdecken Sie mehr...

Entdecken Sie Einblicke, Produktneuheiten und praktische Anleitungen, um sich in der Welt der Risiken und internen Kontrollen zurechtzufinden.

Insights & Inspiration

Demystifing GRC: Key Terms explained

Mehr lesen

Insights & Inspiration

Risk Management vs Documentation: How to Build a Stronger Compliance Framework

Mehr lesen

Insights & Inspiration

Why You Need an Internal Control System

Mehr lesen