April 9, 2026

KI + Risiken & interne Kontrollen: Chance oder Herausforderung?

KI ist für Teams, die mit Risiken und Kontrollen arbeiten, kein Zukunftsthema mehr.

Sie beeinflusst bereits, wie Risiken dokumentiert werden, wie Kontrollen konzipiert werden und in manchen Fällen sogar, wie Entscheidungen getroffen werden.

Was KI so anspruchsvoll macht, ist nicht ein Mangel an Potenzial, sondern die Tatsache, dass sie gleichzeitig zwei sehr unterschiedliche Compliance-Realitäten schafft. Für manche Organisationen ist KI ein echter Beschleuniger. Für andere ist sie zu einer neuen Quelle von Risiko, Komplexität und trügerischer Sicherheit geworden.

Im Jahr 2026 ist der Unterschied zwischen diesen Ergebnissen wichtiger als die Technologie selbst.

Warum KI eine echte Chance ist

Wenn KI ihr Potenzial entfaltet, gibt sie Antworten auf einige der schwierigsten Herausforderungen in Risiko-, interner Kontroll- und Compliance-Umgebungen.

Manuelle Tests, auf Tabellenkalkulationen basierende Nachweise und regelmäßige Überprüfungen waren nie für umfangreiche, sich schnell verändernde Geschäftsabläufe konzipiert. Automatisierungen und KI verändern diese Dynamik:

  • Kontinuierliches Monitoring statt jährlicher oder vierteljährlicher Tests
  • Schnellere Erkennung von Anomalien und Abweichungen
  • Automatisierte Nachweiserhebung und -dokumentation
  • Frühzeitige Sichtbarkeit aufkommender Probleme, nicht nur vergangener Fehler
  • Besserer Fokus auf Ausnahmen statt auf Routinetransaktionen

Teams verbringen weniger Zeit damit, den Nachweis zu erbringen, dass Kontrollen existieren, und mehr Zeit damit zu verstehen, ob sie tatsächlich wirksam sind oder Aufmerksamkeit erfordern.

In den Bereichen Finance und Tax Compliance kann KI zeitnahe Überprüfungen, stärkere Audit-Bereitschaft und bessere Entscheidungsfindung unterstützen, insbesondere in komplexen oder dezentralisierten Organisationen.

Warum KI zur Herausforderung wird

Die Herausforderung besteht darin, dass KI Risiken nicht beseitigt. Sie verändert sie.

Traditionelle Kontrollrahmenwerke wurden für vorhersehbare Systeme mit stabilen Regeln entwickelt. KI-gesteuerte Prozesse sind adaptiv, wahrscheinlichkeitsbasiert und häufig schwer in einfachen Begriffen zu erklären. Das schafft neue Herausforderungen, darunter:

  • Begrenzte Transparenz darüber, wie Entscheidungen getroffen werden 
  • Modelle, die ihr Verhalten im Laufe der Zeit ohne klare Nachvollziehbarkeit verändern
  • Zunehmende Abhängigkeit von der Datenqualität, die möglicherweise nicht konsistent ist
  • Tools, die außerhalb formaler Governance-Strukturen eingesetzt werden
  • Eine wachsende Lücke zwischen automatisierten Outputs und menschlichem Verständnis
  • Übermäßige Abhängigkeit von KI und Technologie zur Erkennung von Problemen und Fehlern

In manchen Fällen erzeugt KI eine gefährliche Illusion von Kontrolle. Prozesse erscheinen fortschrittlicher, aber die zugrunde liegenden Risiken sind schwerer zu erkennen und schwerer zu beheben.

Deshalb kann KI gleichzeitig wie Fortschritt und wie Risiko wirken.

KI behebt keine schwachen internen Kontrollumgebungen

Eine der wichtigsten Erkenntnisse die Organisationen gewinnen ist, dass KI keine schlechten Grundlagen kompensiert.

Wenn Kontrollen unklar sind, Verantwortlichkeiten fragmentiert sind oder Daten unzuverlässig sind, wird KI diese Probleme nicht lösen. Sie wird sie lediglich noch verschärfen.

Organisationen, die am stärksten mit der KI-Einführung zu kämpfen haben, teilen in der Regel diese Merkmale:

  • Kontrollen, die auf hohem Niveaubeschrieben, aber nicht klar testbar sind
  • Unklare Verantwortlichkeiten über Finance-, Tax-, Risiko-, GRC-, IT- und andere Abteilungen hinweg
  • Inkonsistente Daten über Systeme und Regionen hinweg
  • Und in einigen Fällen: nach wie vor manuelle Dokumentation und Prozesse in Excel

Im Gegensatz dazu beginnen Organisationen, die echten Mehrwert aus KI ziehen, in der Regel mit Disziplin statt mit Ambitionen. Sie führen KI dortein, wo sie klar definierte Kontrollen, bekannte Risiken und gut verstandene Prozesse unterstützt.

Der eigentliche Wandel vollzieht sich vom Experimentieren hin zur Steuerung

Die Debatte dreht sich nicht mehr darum, ob KI eingesetzt werden soll. Es geht darum, wie zielgerichtet sie unternehmensweit gesteuert wird, insbesondere in Compliance- und auditorientierten Szenarien.

Viele Organisationen bewegen sich weg von breit angelegten Experimenten hinzu gezielten, erklärbaren Anwendungsfällen. Besonders in den Bereichen Finance- und Tax-Compliance verlagert sich der Schwerpunkt hin zu KI, die:

  • Klar verständlich und erklärbar ist
  • Über die Zeit überwacht werden kann
  • Gegenüber Prüfern und Regulierungsbehörden nachgewiesen werden kann 
  • In bestehende Kontrollrahmen integriert ist
  • Durch klare menschliche Aufsichtunterstützt wird

Hier wird KI sowohl zum Kontroll-Enabler als auch zum Risikoobjekt. Sie unterstützt die Kontrolldurchführung, braucht aber auch eigene Kontrollen.

KI als Governance-Thema und nicht nur als Technologieinitiative zubehandeln, wird zunehmend unverzichtbar.

Das menschliche Urteilsvermögen spielt nach wie vor eine Rolle

Trotz des Automatisierungstempos ersetzt KI kein professionelles Urteilsvermögen.

Was sich verändert ist, wo menschliche Arbeit eingesetzt wird. Anstatt Zeit mit repetitiven Tests und Dokumentation zu verbringen, konzentrieren sich Teams zunehmend auf Interpretation, Eskalation und Entscheidungsfindung.

Die effektivsten Kontrollumgebungen sind weder vollständig automatisiert noch vollständig manuell. Sie sind darauf ausgelegt, maschinelle Geschwindigkeit mit menschlicher Expertise, Kontext und Validierung zuverbinden.

KI kann Muster, Anomalien und Signale erkennen. Menschen entscheiden weiterhin, was relevant ist, was in Frage gestellt werden soll und wo Handlungsbedarf besteht.

Chance und Herausforderung sind zwei Seiten der Medaille

KI entweder als Chance oder als Herausforderung zu sehen, vereinfacht die Realität.

In der Praxis ist es immer beides.

KI hat das Potenzial, die Kontrollwirksamkeit zu stärken, die Aufsicht zuverbessern und den manuellen Aufwand zu reduzieren. Gleichzeitig führt sie neue Risikoformen ein, die eine klarere Governance, stärkere Grundlagen und eine bewusstere Gestaltung erfordern.

Im Jahr 2026 werden die erfolgreichen Organisationen nicht diejenigen sein,die KI am schnellsten einführen. Es werden diejenigen sein, die sie zielgerichtet, klar und verantwortungsbewusst einsetzen.

KI ist nicht das Ziel.

Sie ist der Stresstest.

KI-unterstützt. Von Menschenvalidiert. Immer Audit-bereit.

Viele Plattformen im GRC- und Tax-Technologiebereich verfolgen einen KI-First-Ansatz. Bei Impero gehen wir einen bewussteren Weg.

Wie wir bereits in unseren vierteljährlichen Produkt Update-Webinarenerläutert haben, ist unsere Philosophie, KI dort einzusetzen, wo sie Risiko-und Kontrollprozesse tatsächlich verbessert, nicht um das menschliche Urteil zuersetzen, auf das diese Prozesse angewiesen sind. KI soll Effizienz und Einblicke unterstützen, kann jedoch Validierung und Verifizierung nicht ersetzen und sollte Governance-Entscheidungen niemals eigenständig treffen. So setzen wir bei der Impero-Plattform den Schwerpunkt auf KI: als praktische, kontrollierte Erweiterung nicht als vollständigen Ersatz.

Diese Philosophie wird mit dem bevorstehenden Launch von Impero Assist –BETA Wirklichkeit: unserer neuen KI-unterstützten Funktionen, die darauf ausgelegt sind, Workflows zu optimieren, manuellen Aufwand zu reduzieren und aussagekräftige Einblicke zu liefern, bei gleichzeitiger fester Kontrolle durch Menschen. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorn, der eine schnellere und intelligentere Arbeitsweise ermöglicht, ohne die Nachvollziehbarkeit oder die Governance zu beeinträchtigen. Bleiben Sie auf dem Laufenden und abonnieren Sie unseren Newsletter, um als Erste/r zu erfahren, wann die Funktion verfügbar ist!

Wichtig ist, dass dieser Ansatz auf Vertrauen und Kontrolle basiert. KI-Funktionen in Impero erfordern eine ausdrückliche Zustimmung durch den Administrator, werden nicht mit Ihren Daten trainiert und sind so konzipiert, dass das Risiko von Datenlecks minimiert wird. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie wir verantwortungsbewusst mit KI umgehen, lesen Sie bitte unsere KI-Richtlinie.

Bleiben Sie informiert mit dem Impero-Newsletter.

Bleiben Sie über alle Neuigkeiten rund um Impero auf dem Laufenden – Einladungen zu Webinaren und Veranstaltungen, exklusive Inhalte, Produktneuheiten und vieles mehr! Oder lassen Sie sich von uns zeigen, warum Impero die richtige Wahl für Ihre Anforderungen in den Bereichen Risikomanagement und Compliance ist.

Entdecken Sie mehr...

Entdecken Sie Einblicke, Produktneuheiten und praktische Anleitungen, um sich in der Welt der Risiken und internen Kontrollen zurechtzufinden.

Insights & Inspiration

Key controls and material controls: understanding the difference

Mehr lesen

Insights & Inspiration

SOX Segregation of Duties: : Definition und Bedeutung

Mehr lesen

Insight & Inspiration

Von fragmentiertem Risiko zu vernetzter Übersicht

Mehr lesen