June 25, 2026

[Webinar-Recap] Tax Compliance im Mittelstand: vom Konzept ins Doing

Kaum ein Mittelständler stellt die Notwendigkeit eines Tax Compliance Management Systems (TCMS) noch infrage. Die Pflicht ist klar, der Nutzen unbestritten.

Und doch bleiben viele Projekte stecken. Die Risikomatrix wächst auf Hunderte Positionen. Aus Wochen werden Monate. Aus der Konzeptphase wird ein Dauerzustand.

Eine kurze Umfrage zu Beginn des Webinars hat dasbestätigt: Nur rund 20 % der Teilnehmenden stehen noch ganz am Anfang. Die meisten haben bereits ein Konzept oder stecken mitten in der Tool-Auswahl. Der Wille ist da. Es hakt an der Umsetzung.

Wie kommen Sie von der Konzeptphase ins Doing, ohne sich in Tausenden von Risiken zu verlieren?

Gemeinsam mit Kaspar Kühl und Clemens Neff von greenfield, einer Tax-Technology-Boutique mit über 50 Implementierungsprojekten, haben wir genau das diskutiert. Moderiert wurde die Session von Sven Jordan, Account Executive bei Impero.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse.

Ein TCMS ist mehr als Pflichterfüllung

Ein TCMS als reine Pflichtübung zu verstehen, greift zu kurz. Richtig aufgesetzt, hilft es der Steuerabteilung, sich als Business Partner zu etablieren und Teil einer modernen GRC-Funktion zu werden. Und es schafft eine saubere Datenbasis, auf der später auch KI-gestützte Lösungen aufsetzen können.

Der entscheidende Perspektivwechsel: Ein TCMS ist kein Projekt mit Enddatum. Es ist ein System, das dauerhaft läuft. Wer das von Anfang an mitdenkt, baut von vornherein nachhaltiger.

Denken Sie vom Ziel her, nicht von der Risikomatrix

In jedem TCMS-Projekt stellen sich unzählige Detailfragen. Wer sich darin verliert, kommt nie ins Handeln. Im Kern geht es immer um dasselbe: Grundsätze, Maßnahmen und Kontrollen tool-gestützt zu definieren und umzusetzen.

Beispielsweise bei Mitarbeiter-Incentives kann die Maßnahme lauten, die Steuerfunktion frühzeitig einzubinden. Die Kontrolle gleicht anschließend die gewährten Incentives mit den Lohn- und Gehaltsdaten derselben Periode ab. Je höher das Risiko, desto mehr Maßnahmen und Kontrollen schalten Sie auf.

Ein Punkt, der oft untergeht: Eine durchgeführte Kontrolle ist nicht automatisch eine korrekt durchgeführte Kontrolle. Genau deshalb gehören regelmäßige Kontrolltests zu einem wirksamen TCMS.

Schnell starten, aber das Fundament zuerst legen

Warum bleiben so viele Projekte jahrelang in der Konzeptphase? Weil das Fundament fehlt.

Unsere Empfehlung schnell mit der Lösung starten, aber zuerst ein klar strukturiertes Handbuch aufsetzen. Es definiert Ziel und Geltungsbereich, die Prozesse der Risikoanalyse und Risikominderung, die Einbindung in den TCMS-Lebenszyklus, die Nutzung des Tools sowie klare Zuständigkeiten. Für Impero gibt es ein solches Handbuch bereits in vorbereiteter Form. Es muss nur noch angepasst werden.

Standardisierung ist das A und O für die Akzeptanz

In Impero ist eine Kontrolle in Minuten erstellt. Das ist ein Segen und ein Risiko zugleich. Denn wenn jede Kontrolle anders aussieht, entsteht schnell das, was Clemens Neff „Wildwuchs“ nennt: uneinheitliche Kontrollen, die in den Berichten Probleme bereiten und bei den Anwendenden auf wenig Gegenliebe stoßen.

Ein hoher Standardisierungsgrad, so Clemens, ist deshalb das A und O für die Akzeptanz im Unternehmen. Die Kontrollvorlagen folgen einer einheitlichen Struktur aus Kontrollaktivität, Dokumentation und Statements, ergänzt um Arbeitshilfen wie Dokumente oder Links.

Diese Wiedererkennbarkeit ist kein Detail. Sie entscheidet darüber, ob ein TCMS im Alltag gelebt wird.
greenfields Best Practice Content

Der pragmatische Kern des gemeinsamen Ansatzes von Impero und greenfield: Projekte starten nicht bei null, sondern mit vorkonfiguriertem Content.

Auf der Risikoseite heißt das keine Risikomatrix mit 800 Risiken, sondern ein schlanker, prozessorientierter Ansatz mit rund 100 bis 120 Risiken. Übergeordnete organisatorische und systemische Themen werden in einem eigenen Bereich „Tax Governance“ gebündelt, statt sie in jeder Steuerart zu wiederholen. Das spart Zeit, gerade bei der erneuten Bewertung. Abgedeckt sind die gängigen Steuerarten von Umsatz- und Ertragssteuer über Lohnsteuer bis zu Grunderwerb- und Abzugssteuern, alles individuell anpassbar.

In der Live-Demo hat Clemens gezeigt, wie schlank das in der Praxis aussehen kann. Jedes Risiko wird über die Schadenshöhe und drei Wahrscheinlichkeitsattribute bewertet, ein automatisches Scoring schlägt direkt die passende Risikominderung vor, und jede Bewertung landet im Aktivitätsprotokoll statt in einer Excel-Datei. Die Kontrollen wandern in Kontrollprogramme, gehen per E-Mail an die Kontrollverantwortlichen und fließen über die Berichte wieder zurück.

Schritt für Schritt schneller zum Ziel

Wer sich erst eine Steuerart oder ein Thema vornimmt, es sauber umsetzt und dann das nächste angeht, kommt schneller und erfolgreicher ans Ziel. Wer dagegen versucht, gleich die perfekte Gesamtlösung zu konzipieren, verbringt schnell anderthalb Jahre in der Theorie, ohne je ins Doing zu kommen.

Der eigentliche Gewinn ist ein ruhigerer Arbeitsalltag

Am Ende geht es nicht um Dokumentation um ihrerselbst willen. Ein gut aufgesetztes TCMS bedeutet weniger Stress in der Betriebsprüfung, weniger manuelles Hinterherlaufen und mehr Zeit für die eigentlichen Kernaufgaben.

So wird die Einhaltung von Vorschriften nicht nur dokumentiert, sondern entlastet den Arbeitsalltag spürbar.

Manchmal beginnt ein wirksames TCMS mit einereinfachen Frage:

Läuft Ihr TCMS bereits als lebendiges System, oder verwalten Sie nur noch eine Dokumentation?

Wenn Sie tiefer einsteigen und die vollständige Live-Demo sehen möchten, finden Sie die Aufzeichnung des Webinars hier. Falls Sie wissen möchten, wie Impero und der gemeinsame Content von greenfield in Ihrer Organisation funktionieren, vereinbaren Sie ein Gespräch mit unserem Team.

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